Massagen, Balancepads, Dehnungs- und Mobilisationsübungen fürs Pferd


Blödsinn oder doch sinnvoll? Sagen wir es mal so... Wenn du möchtest, dass es deinem Pferd gut geht, es ein langes und gesundes Leben hat... absolut sinnvoll!!!

"Aber mein Pferd läuft doch, dem tut nichts weh." Hier muss man immer bedenken, dass Pferde wahre Schauspieler sein können, wenn es darum geht Schmerzen zu verstecken. Das tun sie ganz einfach, weil es Fluchttiere sind und Fluchttiere zeigen nicht gerne wenn ihnen etwas weh tut, da sie sonst schnell zum Opfer werden. Und hier ist es ganz wichtig, sein Pferd genau zu betrachten, hinzuhören und die kleinsten Signale wahr zu nehmen.

Und im Idealfall lässt man es erst gar nicht soweit kommen, dass das Pferd Schmerzen hat. Hier kann man präventiv tätig werden und seinem Pferd und dessen Körper durch Massagen, Balancepads, Dehnungs- und Mobilisationsübungen Gutes tun.

Das Ganze ist natürlich ein rießiges Thema. Aus diesem Grund möchte ich hier nur ein paar Möglichkeiten anschneiden.

Die Faszienmassage: Was sind Faszien überhaupt? Faszien sind Bindegewebsstrukturen, die die Muskeln und Organe umhüllen. Wenn diese verkleben tut es nicht unbedingt direkt weh, aber es kann sehr unangenehm sein und ein Muskelaufbau ist kaum möglich. Muskeln sind zwar stark und wenn wir diese anspannen auch sehr hart, aber im entspannten Zustand sollten diese weich sein und nachgeben. Tun sie das nicht, kann dies unter anderem an verklebten Faszien liegen. Und wie löst man diese? Durch eine Faszienmassage. Diese kann mit den Händen durchgeführt werden, ist aber für den Mensch bei einer Ganzkörpermassage ziemlich anstrengend und kann auch oft nicht so fein für das Pferd gestaltet werden. Ich persönlich bin ein Fan der Faszienrolle. Hier kann man die verklebten Faszien gut lösen, in dem man mit ganz wenig Druck startet, dies ausbaut und diese ausmassiert. Empfehlung im Winter: Vorab, zum Aufwärmen, ein paar Minuten spazieren gehen und dann eine Abschwitzdecke auflegen, damit die Muskulatur warm bleibt und besser entspannen kann. In der Regel nehmen die Pferde es sehr gut an und genießen es sichtlich.

Dehnungsübungen: Mit gezielten Dehnungsübungen kann der Muskulatur relgelrecht Entlastung verschafft werden. Wichtig ist, dass das Pferd hierzu aufgewärmt sein sollte. Die Pferde merken hier meist schnell, wie gut es ihnen tut und arbeiten mit. Auch kann es wie bei uns Menschen, nach dem Training angewandt Muskelkater vorbeugen und den Muskelaufbau unterstützen. Auch bekommen die Pferde hierdurch ein richtig gutes Körpergefühl.

Mobilisationsübungen: Durch Mobilisationsübungen können wir die Gelenke, Knorpel und Muskulatur unserer Pferde unterstützen gesund zu bleiben. Und auch dies ist toll, da die Pferde nochmal auf eine ganz andere Art und Weise ihren Körper spüren und so ein tolles Körpergefühl entwickeln. Und by the way... es ist nicht selbstverständlich, dass ein Pferd dies von Geburt an mitbringt. Hier ist unsere Unterstützung gefragt :)

Balancepads: Balancepads stärken die Tiefenmuskulatur, die Balance und das Selbstbewusstsein. Ein ausbalanciertes Pferd, das seinen Reiter gesund tragen soll braucht eine gute Grundmuskulatur. Diese kann es nur aufbauen, wenn es ausbalanciert ist und schon vor dem Reiten eine gute Muskulatur mitbringt. Hier können neben den Übungen vom Boden, wie verschiedene Führübungen oder Longieren, auch die Balancepads helfen. Hier ist es auch, vor allem im Winter, wichtig das Pferd vorab aufzuärmen, damit es sich nicht verletzt und die Muskeln, Sehnen und Bänder gut arbeiten können. Dann ist es ganz wichtig, das Pferd das Tempo bestimmen zu lassen. Wenn es erstmal nur ein Pad möchte ist das vollkommen ok und sollte respektiert werden. Auch wenn das Pferd bereits nach 3 Sekunden wieder runter geht ist das vollkommen ok. Dann geht man zum nächsten Huf. Die Kraft und Sicherheit für mehr Pads unter den Hufen und eine längere Dauer auf den Pads kommt von ganz alleine. Und wie war das mit dem Selbstbewusstsein? Pferde wachsen mit ihren Aufgaben und so auch deren Selbstbewusstsein. Und wenn sie sich trauen auf diesen wackeligen Untergrund zu steigen, dies zu spüren und auch irgendwann darauf zu entspannen kann ganz viel mit dem Selbstbewusstsein und der Gelassenheit deines Pferdes passieren.

Und wie erkenne ich, dass es meinem Pferd gut tut und es die Übungen genießt? Bei den meisten Pferden dauert es ein paar Handgriffe oder ein paar Minuten, doch dann können in der Regel selbst die introvertiertesten Pferde nicht mehr an sich halten :) Sie fangen an zu lecken, zu kauen, zu gähnen, den Kopf zu schüttel. Oft lassen Sie die Unterlippe hängen, oder sie wackelt ganz zart. Auch die Augen werden oft ganz weich und müde. Einige Pferde zeigen diese Reakionen auch noch Minten nachdem die Behandlung zu Ende ist. Mir persönlich geht bei jedem einzelnen Pferd, dem ich mit diesen Übungen und Handgriffen Gutes tun kann das Herz auf.



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